St. Anna

Christine-Teusch-Platz/Annaplatz, 50823 Köln - Neuehrenfeld

Mitten in Neu-Ehrenfeld findet man ein Stück Westfalen. Von der 1907/08 nach Plänen von Adolf Nöcker errichteten neuromanischen Basilika St. Anna war nach den Kriegszerstörungen nur der 56 m hohe Westturm erhalten geblieben und dieser hat sein Vorbild im Turm des Paderborner Domes. Nach den Kriegszerstörungen planten Dominikus und Gottfried Böhm hier ihr letztes gemeinsames Werk, das 1956 fertiggestellt wurde. Von außen sieht der Betrachter das über zwei konische Stützen leicht geschwungene Dach, welches über der großen Fensterfläche der Eingangsfront sehr leicht wirkt. Diese Gliederung setzt sich auch innen fort: Über den grazilen Stützen wölbt sich die geschwungene Betondecke einer dreischiffigen Halle. Der Kirchenraum ist beseelt von einer ungeheuren Leichtigkeit: Große Fensterflächen dominieren, die seitlichen streng geschlossenen Mauerflächen wirken wie aufgehängte Tücher unter dem schmalen, hellen Fensterband. Das Innere lebt von dem Licht, das durch das helle, silbrig -gold leuchtende Ostfenster mit der Darstellung des Himmlischen Jerusalems fällt. Gegenüberliegend stammen die Fenster (1983) seitlich des Altarraumes von Robert Rexhausen (links) und Hubert Schaffmeister (rechts). Von links oben nach rechts unten werden uns die sechs Tage der Schöpfung in Erinnerung gerufen. Bei einem Umbau des Altarbereiches entstanden 1973/75 gleichzeitig der Sakraments-Baldachin und der Tabernakel, beides Werke von Elmar Hillebrand, mit vielen Ereignissen aus Altem und Neuem Testament geschmückt. In der Turmkapelle befindet sich eine schwarze Anna Selbdritt, ein Geschenk der Partnergemeinde in Tansania. Der Kreuzweg (1975-80) und das über dem Altar hängende Kruzifix sind Werke des Prager Künstlers Ludek Tichy. Letzteres verbildlicht den Satz Jesu: "Wenn ich am Kreuz erhöht bin, werde ich alle an mich ziehen". Die Orgel mit 28 Registern wurde in den 60er Jahren für die evangelische Kirche in Halle/Westfalen gebaut und 1989 für St. Anna erworben.

Kirchturm von St. Anna von der Eichendorffstraße aus im Jahr 1912

 

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